Wer das Wort „Superfood“ hört, denkt wohl eher an Chia-Samen, Maca, Physalis, Gerstengras oder Goji-Beeren. Nur selten wäre Hafer auf dieser Liste zu finden. Dabei gilt das Korn als eine der gesündesten Getreidesorten überhaupt und ist somit ein richtiges „Urgestein“ in der gesunden Ernährung.

Ob in Flockenform, im Müsli, im Porridge oder auch als Teig, das Getreide ist unglaublich vielseitig einzusetzen und zu verwerten. Für uns als Hersteller von Bio-Frühstück ist Hafer eine der wichtigsten Zutaten – Grund genug, einen etwas genaueren Blick auf das Korn zu werfen.

Was ist Hafer?

Hafer ist eigentlich eine Gattung der Süßgräser. Der Saat-Hafer, der als Getreide angebaut wird, ist bei uns umgangssprachlich als Hafer bekannt. Von diesem Getreide gibt es 25 verschiedene Arten. Der größte Haferproduzent der Welt ist Russland, gefolgt von Kanada und Australien.

Die Geschichte von Hafer

Die ersten frühen Hinweise auf möglichen Haferanbau zeigen uns die Pfahlbausiedlungen in der Schweiz aus der Bronzezeit. Bereits damals wussten die Bewohner dieser Siedlungen Hafer zu ihrem Vorteil anzubauen.

Er behielt bis ins Hochmittelalter seine Vormachtstellung als wichtigste Feldfrucht der Welt und wurde in weiterer Folge erst von der Kartoffel abgelöst. Bis ins 19. Jahrhundert rangierte er unter den Top 3 dieser Kategorie.

Hafer besteht auch bei Wind & Wetter

Hafer und das Klima

Das Getreide gilt als eine der resistentesten Arten überhaupt und kann oft Sturm und Starkregen überleben. Generell bevorzugt der Saat-Hafer eher niederschlagsreichere Regionen wie das Alpenvorland, das Mittelgebirge und Küstenregionen. Außerdem richtet sich das Getreide selbst wieder auf, wenn es umgeknickt wird. So kann Hafer in klimatisch ungünstigeren Lagen ebenso angebaut werden – was man auch tut, denn er bringt konstantere Erträge als andere Getreidesorten, sollte das Wetter einmal nicht so mitgespielt haben.

Warum ist Hafer so gesund?

Im Jahr 2017 wurde Hafer von einer Arbeitsgruppe der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Besonders hervorgehoben wurden der zehnprozentige Ballaststoffanteil, die Qualität der Kohlenhydrate, die Eiweißzusammensetzung, die ungesättigten Fettsäuren und etliche Vitamine und Mineralstoffe.

Nährwerttabelle Haferflocken

Pro 100 g Haferflocken von Verival:

Brennwert in kJ1563
Brennwert in kcal371
Fett7,0 g
davon gesättigte Fettsäuren1,3 g
Kohlenhydrate59 g
davon Zucker1,1 g
Ballaststoffe10 g
Eiweiß13 g
Salz0,02 g

Sattmacher Hafer

Der hohe Ballaststoffgehalt im Hafer sorgt dafür, dass er nur langsam verdaut wird, da die Ballaststoffe im Magen aufquellen. Das sorgt für eine lang andauernde Sättigung, jedoch ohne das unangenehme Völlegefühl. Gleichzeitig bleibt der Blutzuckerspiegel konstant und schnellt nicht, wie das nach dem Verzehr einer zum Beispiel sehr zuckerhaltigen Mahlzeit der Fall ist, in die Höhe, nur um dann sofort wieder abzufallen.

Verdauungsprobleme? Hafer hilft!

Hafer zeichnet sich durch seinen erhöhten Gehalt an Beta-Glucanen aus, die in erster Linie für eine bessere Verdauung sorgen. Dieser Inhaltsstoff ist Teil der großen Ballaststoffamilie, die in diesem Getreide zu finden ist.

Blutdruck & Cholesterin natürlich senken – mit Hafer

Nicht nur der Verdauungstrakt wird dank der Beta-Glucane angeregt, auch der Stoffwechsel wird davon positiv beeinflusst. So binden diese Ballaststoffe Gallensäure, was in weiterer Folge dazu führt, dass Cholesterin abgebaut wird. Studien über Hafer beschreiben außerdem die Fähigkeit dieser Ballaststoffe, das Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Herzkrankheiten zu reduzieren.

Haferkleie – das Beste aus dem Korn

Die nährstoffreichsten Bestandteile des Haferkorns sind in der Haferkleie zu finden, der äußeren Hülle der Flocke. Sie besteht aus der Aleuronschicht (= dünne Haut rund um den Mehlkörper), den Kornrandschichten und dem Keimling. Dadurch enthält die Haferkleie das Wertvollste aus der Flocke und ist durch die höhere Konzentration nährstoffreicher als andere Teile des Hafervollkorns. Dank des hohen Ballaststoffgehalts steigt der Blutzuckerspiegel beim Verzehr von Haferprodukten nur langsam an und kann dadurch besser reguliert werden.

Haferkleie – das Beste aus dem Korn

Wir verwenden Haferkleie sehr gerne als Basis verschiedenster unserer Porridge-Sorten, wie zum Beispiel des beliebten Brombeer Porridges oder des Sauerkirsche-Kakao Haferporridges, den wir nach der 5-Elemente-Lehre, der Ernährungsphilosophie der TCM, entwickelt haben.

Hafer in der Diabetestherapie

Ein besonderes Merkmal des Hafers ist sein Einsatz bei Menschen mit Diabetes. Der hohe Ballaststoff- und Beta-Glucan-Gehalt lässt den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, wodurch er einfacher zu kontrollieren ist. Damit verbunden schüttet der Körper auch weniger Insulin aus, weshalb man Hafer in der Diabetestherapie und in weiterer Folge in der Diabetesernährung oft einsetzt.

So werden von Ärzten oft die “Hafer-Tage” angewendet. Dies sind Tage, bei denen man besonders darauf achtet, Haferprodukte zu sich zu nehmen. Das geschieht meist über mehrere Tage verteilt. Das Ziel dieser einfachen Methode ist schnell abgesteckt: Man versucht dadurch, die Insulinresistenz zu verringern. Erste wissenschaftliche Studien haben den Nutzen von des Getreides in der Diabetestherapie bestätigt.

Superfood Hafer – darum ist er so gesund

Hafer in der TCM

Für all jene, denen der Begriff TCM hier zum ersten Mal unterkommt, diese Abkürzung steht für Traditionell Chinesische Medizin, eine uralte Wissenschaft, die in unseren Breitengraden ganz besonders als alternative Heilmethode und Ergänzung zur westlichen Medizin gesehen wird. Ein Teilbereich davon, die TCM Ernährung, folgt dem Prinzip der 5-Elemente Lehre, wonach jedes Lebensmittel gemäß seiner Wirkung auf den Körper und seines Geschmacks einem der Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet wird.

Getreide im Allgemeinen kommt laut TCM in unserer Ernährung ein ganz besonderer Stellenwert zu. Es zählt zu den bedeutendsten Grundnahrungsmitteln und soll durch seinen süßlichen Geschmack „unsere Mitte“ stützen, also einen positiven Einfluss auf die Organe Milz und Magen haben. Die meisten Getreidesorten werden dem Element Erde zugeteilt und sind thermisch gesehen eher neutral bis kühl.

Auch Hafer schmeckt süßlich (da er ja auch der Gattung der Süßgräser angehört) und ist die wärmste aller Getreidesorten. Anders als die meisten Getreide wird er aber nicht dem Element Erde, sondern dem Metall zugeordnet. Er soll sich positiv auf das Qi – das ist laut TCM unsere Lebensenergie – sowie Niere, Milz und Lunge auswirken. Außerdem soll er auch das Immunsystem stärken und kommt somit, auch aufgrund seiner wärmenden Eigenschaften, idealerweise ganz besonders in der kalten Jahreszeit in deiner Ernährung zum Einsatz.

Auch wenn du unter spontanen oder nächtlichen Schweißausbrüchen, kalten Händen und Füßen, allgemeiner Erschöpfung, Übergewicht, Diabetes oder einem erhöhten Cholesteringehalt leidest, kannst du deine Beschwerden mit einer haferbetonten Ernährungsweise lindern. Eher auf Hafer verzichten solltest du laut TCM bei heißen Außentemperaturen, Fieber oder wenn du zu Hyperaktivität neigst.  

Ist Hafer glutenfrei?

AllergikerInnen können sich Hafer in jedem Fall zu Nutze machen. Besonders von Zöliakie (= Glutenunverträglichkeit) betroffene Menschen können viel Positives aus dem Korn gewinnen. Viele klassische Getreide enthalten Gluten und müssen deshalb gemieden werden – Hafer ist jedoch in vielen Fällen verträglich. Hierbei muss dann sichergestellt werden, dass Hafer nicht mit Weizenmehl vermischt wurde, wobei sich die Wissenschaft hier noch nicht ganz einig ist. Studien aus Schweden und Kanada haben ergeben, dass eine geringe Menge Hafer nicht schädlich für das Heilen der Dünndarmschleimhaut ist, Studien aus Deutschland raten jedoch davon ab.

Uns bei Verival ist es besonders wichtig, garantiert glutenfreie Produkte herzustellen. Alle Müslis und Porridges, die bei uns mit dem Glutenfrei-Siegel gekennzeichnet sind, unterliegen daher einem streng kontrollierten 5-stufigen Prozess.

Ebenfalls Verwendung findet Hafer in kosmetischen Produkten wie Lotionen oder Haarpflegeprodukten – zur Stärkung der Haarwurzel oder bei trockener und rissiger Haut.

Hafer und Frühstück – eine Liebesgeschichte

Bei keiner Mahlzeit ist Hafer beliebter als beim Frühstück. Für die morgendliche Dosis kann man auf verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen. Die wohl bekannteste sind die sogenannten Haferflocken, die meist in Form von selbst angesetztem oder bereits fertig gemischtem Müsli zu finden sind. Porridge hingegen kann sowohl mit Flocken, aber auch mit Haferkleie zubereitet werden. Ein großer Vorteil von Hafer ist, dass er für ein lang andauerndes Sättigungsgefühl sorgt und dich daher locker bis zum Mittagessen durchhalten lässt – ohne dass du alle paar Minuten in die Snackbox greifen musst.

Wer also am Morgen schon mit Leichtigkeit etwas Gutes für seine Gesundheit tun will, kann sich einfach einen leckeren Haferbrei machen. Mit den Porridgemischungen von Verival bleibt der Aufwand dafür minimal, denn der köstliche Brei ist in nur wenigen Minuten fix und fertig zum Verzehr.