Und plötzlich regt sich da bei unseren täglichen Gewohnheiten ein gewisser Zweifel. Ist es nachhaltig? – diese Frage geht uns immer öfter durch den Kopf. Nachhaltigkeit ist ein Riesen-Thema geworden, welches uns beim Einkaufen, beim Reisen, bei der Wahl unserer Verkehrsmittel, beim Wohnen, beim Investieren, aber auch in der Wahlzelle einholt. Deshalb wollen viele auch ein nachhaltiges und gesundes Müsli bzw. Frühstück.

Die Frage nach der Nachhaltigkeit stellt sich uns mittlerweile bei fast jeder Entscheidung und zwingt uns zur Auseinandersetzung mit komplexen Fakten.

Was ist aber eigentlich mit „Nachhaltigkeit“ gemeint?

Um welche Eigenschaft von Produkten, Dienstleistungen, Produktionsmethoden oder Weltanschauungen – um nur einige Bereiche zu nennen – geht es eigentlich bei der Frage nach Nachhaltigkeit? Wir spüren, dass hier mehr dahintersteckt als bloß unsere Einschätzung von der Langlebigkeit eines Produktes oder der Umweltverträglichkeit seiner Produktion. Wir fühlen, dass es um etwas sehr Grundlegendes geht, nämlich um unsere Berechtigung und Verpflichtung, mit der Welt, ihren Ressourcen, Lebewesen und Entwicklungen sorgsam, richtig, in vielen Fällen jedenfalls anders als gewohnt, umzugehen.

Nachhaltigkeit ist zuerst einmal ein Ziel. Dieses Ziel wurde nicht gerade eben erst definiert, es wurde schon vor hunderten Jahren formuliert. Konkret ging es damals darum, Wälder nur so zu bewirtschaften, dass nur jene Menge Holz entnommen wurde, wie auch nachwachsen konnte.

Damit kommen wir dem Verständnis von Nachhaltigkeit schon näher. Schon im 14. Jahrhundert war klar, dass zukünftige Generation sehr bald keine Bäume, kein Bau- und Brennholz mehr vorfinden würden, wenn ein Zuviel an Bäumen gefällt würde.

Nachhaltigkeit hat also mit unserer Gegenwart zu tun – aber auch damit, wie sich unser gegenwärtiges Verhalten auf die Zukunft, die Generationen unserer Kinder und Enkelkinder auswirkt. „Enkelgerecht“ kann man daher diese Eigenschaft auch nennen, die hinter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ steckt und gemeint ist damit, zum Beispiel so zu wirtschaften, dass dadurch die Chancen nachfolgender Generationen nicht gemindert werden.

Im weitesten Sinn geht es also um die Zukunftsverträglichkeit unseres Handelns, und zwar nicht nur des wirtschaftlichen, sondern auch des sozialen und ökologischen Handelns.

Ist Nachhaltigkeit der Stein der Weisen des 21. Jahrhunderts?

Schnell wird uns klar, wie groß und komplex diese Frage nach der Nachhaltigkeit von etwas, ist. Kann etwa ein Produkt tatsächlich so produziert werden, dass es wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig ist? Kann es gelingen, wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele, die ganz oft zueinander in Widerspruch stehen, über die Qualität „nachhaltig“ auf einen Nenner zu bringen? Ist die Auflösung dieser Widersprüche allein eine Frage der Politik, der Wirtschaft oder der Wissenschaft, gleichsam das Elixier des Lebens oder der Stein der Weisen des 21. Jahrhunderts? Sollen oder müssen wir darauf warten, bis dieser Stein tatsächlich gefunden wird?

Natürlich heißt die Antwort auf diese Frage „nein“, und dies führt uns zur einleitenden Problematik zurück und damit zu unseren täglichen, manchmal vielleicht ein wenig gedankenlosen Entscheidungen, etwa beim Kauf von Kleidung, bei der Wahl einer Urlaubsdestination oder bei der Frage, was am Sonntag auf den Tisch kommt.

Nachhaltigkeit am Beispiel Ernährung

Lebensmittel sind da nämlich ein gutes Beispiel. Klarerweise schätzen wir die unglaubliche Vielfalt an Produkten und die günstigen Preise. Gerade unsere Ernährung hat aber beispielsweise mit etwa 35% den größten Anteil an unserem persönlichen ökologischen Fußabdruck. Mehr als Wohnen, unsere Mobilität oder unser sonstiger Konsum.  Mit anderen Worten, das, was wir in unseren Breitegraden üblicherweise essen, macht mehr als ein Drittel unseres Verbrauchs an natürlichen Ressourcen aus. Deshalb liegt es so nahe, das Nachhaltigkeitsthema besonders an unseren Ernährungsgewohnheiten abzuarbeiten.

Dazu ein Beispiel: für unseren Hunger nach Fleisch widmen wir mittlerweile mehr als 30% der Fläche dieses Planeten der Fleischproduktion. Neben dem massiven Land- und Wasserverbrauch zur Futtermittel- und Tierproduktion nehmen wir dafür Unmengen an tierischen Emissionen in Kauf.

Weniger Fleisch zu produzieren und zu konsumieren hat daher nachhaltige Konsequenzen, und zwar nicht nur ökologische, sondern auch soziale und gesundheitliche. Und die hängen unmittelbar an unserem Alltagsverhalten. Die Vorstellung, sich nachhaltiger zu ernähren könnte also in einer sehr bewussten Entscheidung liegen, den Fleischkonsum zu reduzieren und mehr pflanzliche Nahrung zu sich zu nehmen. Also weniger an Wurst und Braten als höchstpersönlicher Beitrag für eine enkelgerechtere Welt?

Nachhaltigkeitsdenken bei Verival

„Na klar“ werden jetzt einige einwenden, „Verival ist Produzent von Frühstücksprodukten. Ihr habt ja ein wirtschaftliches Interesse an mehr Absatz von pflanzlichen Produkten“.  Dem ist auch so und soll hier gar nicht widersprochen werden.

Auch uns bei Verival beschäftigen Fragen der Nachhaltigkeit und sie spielen eine Rolle bei der Wahl unserer Zutaten, der Regionalität ihrer Erzeugung, bei der Auswahl unserer Lieferanten, bei unseren Produktionsverfahren, in welcher Verpackung unsere Produkte bei den Konsumenten ankommen und was diese Produkte kosten. Auch uns stellt diese Frage vor die Aufgabe, unsere Gewohnheiten und Denkweisen immer wieder zu hinterfragen und zu verändern. Wir sind froh, dass wir dabei nicht alleine sind.

Mehr zum Thema „Nachhaltigkeit“ und Ideen für ein nachhaltigeres Leben möchten wir in loser Folge über diesen Blog kommunizieren.