Jeder kennt es, jeder liebt es. Müsli könnte wohl inoffiziell als Grundnahrungsmittel der ganzen Welt gelten, so häufig wie es gekauft und gegessen wird. 😉 Auch die verschiedensten Variationen des berüchtigten Müslis lassen tief an die Wichtigkeit dieses Nahrungsmittels erinnern. Was steckt also hinter der Geschichte dieser einfachen und gleichzeitig so vielseitigen Mahlzeit?

Müsli damals

Die Geschichte des Müslis ist eine sehr ambivalente. Eine genaue Zuschreibung zum Ursprung des Müslis lässt sich nur schwer erstellen. Begonnen hat das, was wir heute als Müsli kennen, um das Jahr 1900, als der Aargauer Arzt Maximilian Oskar Bircher-Benner das “Birchermues” entwickelte, welches wir heute unter dem Namen Bircher Müsli kennen.

Hierbei handelte es sich um eine Mahlzeit, welche den Gästen des Sanatoriums “Lebendige Kraft” am Zürichberg eine Vollwertdiät mit frischem Obst näherbringen sollte. Er nannte das “Mus” zunächst einfach Apfeldiätspeise oder im Schweizerdeutschen “d Spys” (Die Speise).

Diese Speise hat er aber nicht alleine entwickelt. Man vermutet, dass er bei einer Wanderung in den Alpen eine ähnliche Speise auf einer Alm serviert bekommen hatte. Eben jene Sennerin, die ihn bewirtete, stellte diese Mahlzeit schon seit mehreren Jahrhunderten nach Familienrezept her. Enthalten waren eingeweichte Haferflocken, geriebene Äpfel, geraspelte Nüsse, Zitronensaft und ein Esslöffel Kondensmilch.

Kondensmilch verwendete man zu dieser Zeit häufiger als normale Milch – diese konnte damals nämlich noch nicht pasteurisiert werden und so bestand erhöhtes Risiko, sich damit mit Tuberkulose anzustecken.

Gesunde Ernährung mithilfe von Müsli

Bircher-Benner war einer der ersten Ärzte, die für Vollwerternährung eintraten und galt somit als Pionier dieser Bewegung. So war Bircher überzeugt, dass pflanzliche Rohkost “biologisch wirksame Lichtquanten” enthält, was später jedoch widerlegt wurde. Nichtsdestotrotz glaubte der Schweizer Arzt an den berühmten Spruch “An apple a day keeps the doctor away”.

So waren für ihn nicht die Haferflocken der wichtigste Bestandteil des Müslis, sondern die Äpfel. Müsli wurde in den Anfangsjahren jedoch nicht, so wie heute, als Frühstücksspeise serviert. Zuerst wurde es als Abendmahl eingenommen, erst später entwickelte sich Müsli zu einem Frühstücksgericht.

Und auch schon im alten Griechenland schwor man auf das Müsli. “Wem an seiner Gesundheit liegt, der esse morgens einen Brei aus Getreideschrot” – so formulierte es der griechische Arzt Diokles v. Karystos circa 400 vor Christus.

Getreide spielte in der damaligen Ernährungskultur wohl die wichtigste Rolle. Da Getreide sehr preiswert, gut zu lagern und leicht transportfähig war, bildete es die damalige Grundlage zur vollwertigen Ernährung. Auch damals gab es schon Vorstufen des allseits bekannten Müslis.

Der Aufwand zur Herstellung war aber noch sehr hoch und die Haltbarkeit nach der Bearbeitung des Getreides eher gering. Deshalb war Müsli nicht von Beginn an ein “Dauerbrenner”.

Müsli heute

Über die Jahre entwickelte sich das Müsli immer mehr von seinem ursprünglichen Rezept weg. Ab 1920 wurde Müsli in vegetarischen Restaurants auf der Speisekarte angeboten. In den 1940-50er Jahren stand Müsli meist in Gefängnissen, Heimen, Klöstern und beim Militär auf dem Menüplan.

Durch die stetig wachsende Popularität der Speise kam es zu immer mehr Variationen des Gerichts. So wurde immer seltener auf Haferflocken gesetzt – an ihre Stelle traten meistens industriell gefertigt Trockenmischungen, und Kondensmilch wurde durch Joghurt, Milch oder Rahm ersetzt.

Müsli wird heute auf der ganzen Welt vertrieben – nachdem es sich vor allem in der Schweiz und im Alpenraum durchgesetzt hat.

Wenn man in die Regale blickt, sieht man eine unglaubliche Variation an verschiedenen Müslis. Derzeit vorherrschend ist eine Mischung aus Frühstücksflocken oder Cerealien, Getreide, Rosinen sowie Trockenobst und Nüsse. Vorherrschend sind Rosinen in den verschiedensten Müslivariationen, weil sie süßlich und günstig sind.

Und das, obwohl bei vielen Menschen die Meinung über die Rosinen auseinandergeht – entweder man liebt sie, diese kleinen schrumpligen Freunde, oder man hasst sie.

Dass Müsli eine wichtige Rolle in der Ernährung der Menschen einnimmt, ist unbestritten. Auch popkulturell wird Müsli immer wieder thematisiert. Der Begriff “muesli belt” meint im Englischen einen Wohngürtel in der typischen Mittelklasse, dessen Bewohner auch besonders auf ihre Ernährung achten. Müsli ist also voll angekommen.

Und das alles wegen eines Arztes, der sich um die Gesundheit seiner Patienten in Form von Ernährung kümmern wollte. Zugegeben: Müsli ist köstlich. Das kann man schon auch einfach so sagen.

Zum Abschluss lassen wir euch noch das Originalrezept des Bircher-Benner Müslis hier. Zum Selbermachen und um herauszufinden, was damals schon Menschen an diese wunderbare Speise gebunden hat. 😉


Das Originalrezept “Müsli” im Wortlaut:

  • 1 gestrichener Esslöffel Haferflocken
  • 3 Esslöffel Wasser
  • 12 Stunden einweichen
  • 1 Esslöffel Zitronensaft
  • 1 Esslöffel gezuckerte Kondensmilch beifügen und zu einer Sauce vermischen
  • Etwa 2 Äpfel (400g), möglichst säuerlicher Sorte; unmittelbar vor dem Servieren mit der Schale auf der Bircherraffel direkt in die Sauce hineinreiben und gelegentlich umrühren, damit sich das Apfelfleisch nicht bräunt
  • 1 Esslöffel Haselnüsse oder Mandeln gerieben darüber streuen


Auch wir bei Verival sind große Fans des Müsliklassikers und haben es gleich 2x neu interpretiert: einmal als unser Verival Bircher Urkorn Müsli mit Urgetreideflocken aus Hafer und Weizen, Sultaninen, Feigen, Apfelstückchen und Haselnüssen und einmal als unser glutenfreies Verival Bircher Porridge mit glutenfreien Haferflocken, Dattel- und Apfelstückchen, Feigen, Sultaninen und Mandeln.